Social Media

Social Media als zentraler Bestandteil der Unternehmenskommunikation

Social Media – ein Leben ohne Facebook, Instagram, Snapchat und Co. können sich viele nicht mehr vorstellen. Sie durchdringen unser Leben, egal wo wir gerade sind. Mit dem Smartphone können wir jederzeit auf die Netzwerke zugreifen, uns mit aktuellen Neuigkeiten von Freunden und Bekannten versorgen und der Welt unsere Gedanken mitteilen.

Somit ist es selbstverständlich, dass auch Unternehmen dort vertreten sein wollen, wo ihre potentiellen Kunden ihre Zeit verbringen. Was müssen Unternehmen beim Betreuen von Social-Media-Kanälen beachten? Wie zeitaufwändig ist es, eine Präsenz in den sozialen Medien zu schaffen? Lohnt es sich auf allen Plattformen vertreten zu sein? Ein Social-Media-Exkurs für Unternehmen.

Social Media – wie alles begann…

Das Phänomen Social Media ist erst nach der Jahrtausendwende so richtig populär geworden. Die Geburtsstunde der Sozialen Netzwerke geht aber etwas weiter zurück: bereits 1978 wurde das Bulletin-Board-System erfunden, das von der Funktionalität den Grundstein für Facebook und Co. gelegt hatte. 1995 startete dann die erste Website, Classmates.com, die es bereits schaffte, Menschen online miteinander zu verbinden.

Danach wurden schlagartig neue Portale gegründet. Neben ICQ und myspace ab 2004 Facebook und YouTube, die aktuell zu den beliebtesten sozialen Medien zählen.

Social Media ICQ
ICQ: Wer kann sich nicht an die charmante Blume erinnern? Inzwischen wurde sie von Skype und WhatsApp so gut wie verdrängt. (Screenshot: icq.com)

Heute ist die Liste an erfolgreichen sozialen Netzwerken sehr lang und beinahe täglich kommen neue, vielversprechende Plattformen hinzu. So machte zuletzt die brandneue Plattform Mastodon von sich Reden, die in einigen Kreisen bereits als „neues Twitter“ gehandelt wird. Wir sind gespannt.

Diese Schnelllebigkeit macht es für Unternehmen umso schwieriger herauszufinden, wo eine Präsenz für einen Firmenauftritt Sinn ergibt. Viele lassen sich von dem Trend „verführen“ und stellen ein weitreichendes Portfolio an Social-Media-Profilen auf.

Accounts anlegen und das war’s?

Das Anlegen der Accounts bei Facebook und Co. ist schnell gemacht. Doch jetzt fängt die Arbeit erst an. Jeder einzelene Social-Media-Auftritt muss gepflegt werden und jede Plattform hat dabei ihre individuellen Standards. Auch unsere Social-Media-Manager der 20content bestätigen:

Das Aufsetzen der Accounts ist die geringste Arbeit. Zeitintensiv wird es erst bei der regelmäßigen Betreuung und der Content-Erstellung. Zwei Bereiche, die häufig in der Praxis unterschätzt werden.

Besser also, man konzentriert sich zu Beginn auf eine einzige Plattform und sammelt Erfahrung im Handling. Erst wenn dieser erste Kanal zufriedenstellend betreut wird und die gewünschte Response erhält, ist es Zeit die Präsenz auszubauen.

Merke: „Weniger ist mehr“, sollte das Sprichwort im Umgang mit der Anzahl sozialer Medien lauten.

Lohnt sich ein Social-Media-Auftritt für Unternehmen dann überhaupt?

Obwohl eine erfolgreiche Kommunikation in den sozialen Netzwerken viel Zeit und daher oft auch das nötige Kleingeld erfordert, sind diese Kanäle aus dem Online-Marketing nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen es, mit den Kunden und Interessenten in einen Dialog zu treten und sie mit den eigenen Botschaften direkt zu erreichen.

Werden Inhalte viral – das bedeutet von den Followern interessiert aufgenommen und gerne mit deren eigenen Followern geteilt – birgt das eine immense Reichweite für die eigenen Inhalte.

Für eine Reichweite, die mit traditionellen Medien viel Werbebudget gekostet hätte, zahlt man über Social-Media-Kanäle deutlich weniger und in vielen Fällen oftmals nur reine Arbeitskraft. Zu vergessen sind auch nicht die vielen Vorteile, die die Inhalte für die SEO-Performance haben. Indirekt verbessert ein Unternehmen damit also auch die eigene Auffindbarkeit bei Google.

Exkurs: Wie wirkt sich Social Media auf SEO aus?

  • Social Media leitet Traffic auf die eigene Seite
  • Social Signals werden von Google positiv bewertet

Die Antwort auf die Frage „Lohnt es sich?“ ist also eindeutig ja. Wer erfolgreich eine Marke aufbauen, Produkte und Service vertreiben und zufriedene Käufer und potentielle Kunden mit Informationen versorgen will, sollte besser heute als morgen mit der Planung seines Social-Media-Auftrittes anfangen.

Die Auswahl der richtigen Sozialen Netzwerke

„Snapchat ist gerade im Trend, hier brauchen auch wir einen Unternehmensauftritt.“

Genau aus dieser Motivation heraus sollte die Auswahl eines sozialen Mediums nicht erfolgen. Denn welchen Sinn hat ein Auftritt, wenn zum Beispiel die Zielgruppe des Kanals eine ganz andere als die des eigenen Unternehmens ist?

Um diese Fehler zu vermeiden, sollten im Vorhinein systematisch einige Themen angesprochen werden, um dann zu einer qualifizierenden Meinung zu gelangen.

Fragen, um passende Social-Media-Kanäle auszuwählen

Wo befindet sich unsere Zielgruppe? Wie hoch ist der Arbeitsaufwand? Und bieten wir eigentlich ausreichend Material? Einige wichtige Fragen sollte sich jedes Unternehmen stellen, bevor es Social Media für das Unternehmen einrichtet:

1. Welche Zielgruppe wollen wir erreichen?

Jedes soziale Medium hat andere Ansprüche und ist in unterschiedlichen Alters- und Gesellschaftsgruppen beliebt.

2. Auf welchen Kanälen sind bestehende Kunden unterwegs?

Wer diese Frage eindeutig beantworten kann, hat das passende soziale Medium für das Unternehmen bereits gefunden.

3. Welche Ziele sollen mit dem Auftritt erreicht werden?

Geht es darum die Marke bekannter zu machen, mehr Traffic auf die Website zu leiten, mehr zu verkaufen, loyale Fans und Kunden zu gewinnen etc.? Nicht jedes soziale Medium unterstützt alle diese Ziele.

4. Welches Budget steht zur Verfügung?

Es ist nicht nur der Personalaufwand, der Kosten verursacht. Content muss erstellt, Kampagnen und Gewinnspiele umgesetzt und Anzeigen zur Bewerbung des Kanals geschalten werden – all das ist mit ständigen Ausgaben verbunden.

5. Wie viel Zeit nimmt die Betreuung in Anspruch?

Wie viele Stunden pro Woche ist ein Mitarbeiter mit der Planung, Betreuung, Umsetzung und Analyse beschäftigt? Hier ist es wichtig, realistische Zahlen zu nennen. Der Aufwand wird intern nämlich gerne unterschätzt.

6. Wer kann dieses neue Themenfeld übernehmen?

Gibt es einen Mitarbeiter im Online-Marketing, der freie Kapazitäten hat oder muss ein neuer Social-Media-Manager ins Unternehmen geholt werden? Im zweiten Fall benötigt eine Suche natürlich ausreichend Vorlaufzeit, um einen talentierten Community-Manager für die eigene Marke zu finden.

7. Muss eine Agentur beauftragt werden? Wenn ja, gibt es Budget dafür?

Agenturen können gerade in den Anfangszeiten helfen, den Auftritt professionell zu gestalten. Mit Tipps und Tricks stehen sie dem Social Media Manager zur Seite. Natürlich ist das aber vor allem eine Kostenfrage.

8. Gibt es bereits Content oder muss dieser komplett neu erstellt werden?

Bevor man live geht, sollte Content bereits im Voraus geplant werden. Als Richtwert ist eine Planung für die nächsten zwei Wochen optimal. Es gibt nämlich nichts Peinlicheres, als bereits zu Beginn des Auftrittes tagelang nichts zu posten.

Instagram lebt von Bildern, YouTube von Videos und Facebook aus einer Mischung von Text, Bild und Videos – gibt es hier für den Start bereits Material?

Das sind die beliebtesten Sozialen Medien für Unternehmen

Facebook und Twitter – wer kennt sie nicht? Doch welche Plattformen reihen sich noch ein in die derzeit beliebtesten Social-Media-Kanäle? Und was eignet sich für Unternehmen?

Facebook

Eines der größten und bekanntesten sozialen Medien, das insgesamt bereits in 83 Sprachen übersetzt wurde, ist Facebook. Unternehmensprofile ermöglichen es Fans und Usern mit der Marke in Kontakt zu treten. Es wird gerne genutzt, um Serviceanfragen und Feedback zu senden. War Facebook zu Beginn vor allem bei der jüngeren Zielgruppe beliebt, ist es heute vermehrt die ältere Generation die dieses soziale Medium für sich entdeckt. Jüngere User nutzen hingegen andere Kanäle verstärkt und ihre Verweildauer auf Facebook sinkt.

Erfolgreicher Unternehmensauftritt von XBOX auf Facebook:

Social Media Unternehmen Facebook Beispiel Xbox
Die Xbox auf Facebook präsentiert sich seinen begeisterten Fans auf Facebook. (Screenshot der Xbox-Fanpage bei Facebook)

Twitter

Auf Twitter dürfen Nachrichten nur 140 Zeichen enthalten. Bild- und Videomaterial wurde in den letzten Jahren vermehrt im Netzwerk eingesetzt. Eine Besonderheit sind die Hashtags, die für die Auffindbarkeit der Tweets (Nachrichten auf Twitter) sorgen. Twitter hat sich vor allem als reiner Informationskanal für Unternehmen durchgesetzt. News verbreiten sich über das Portal in Windeseile und der Social-Media-Kanal ist weitaus schneller als traditionelle Medien wie Tageszeitungen, Fernsehen oder Radio.

Erfolgreicher Unternehmensauftritt von SAP auf Twitter:

Social Media Unternehmen Beispiel Twitter SAP
SAP bleibt via Twitter immer transparent. (Screenshot Twitter von SAP)

Instagram

Hier dominieren die Bilder und die Bildwelten, die von Usern per Smartphone hochgeladen werden. Der Kanal eignet sich vor allem für visuelle Produkte sehr gut. Paradebeispiele sind der Beauty- und Modebereich. Ebenso wie auf Twitter sind hier die Hashtags ein zentraler Bestandteil. Da Links in den einzelnen Beiträgen nicht zugelassen werden, eignet sich dieses Medium weniger zur Verkaufsförderung. Es ist die Markenbildung, die im Zentrum steht.

Erfolgreicher Unternehmensauftritt von Zalando auf Instagram:

Social Media Unternehmen Instagram Zalando
Zalando setzt seine Produkte bei Instagram gekonnt in Szene. (Screenshot Zalando Instagram)

Pinterest

Bevor Instagram auf den Markt kam, war Pinterest DAS soziale Medium für schöne Bilder und Fotos. Lieblingsbilder werden auf Pinnwänden gesammelt und mit anderen geteilt. Unternehmen können ihre Produkte somit optimal präsentieren und versuchen, möglichst viel Traffic auf ihre Website zu leiten. Das ist vor allem für e-Commerce-Seiten und Onlineshops höchst interessant. Die User auf Pinterest sind größtenteils weiblich.
Erfolgreicher Unternehmensauftritt von Westwing auf Pinterest:

Social Media Unternehmen Pinterest Westwing
Einrichtungs- und Dekotipps bietet Westwing sehr anschaulich bei Pinterest. (Screenshot: Pinterest von Westwing)

Snapchat

Der neueste Zuwachs unter den beliebtesten Social-Media-Kanälen ist Snapchat. Eines seiner Besonderheiten ist die Kurzlebigkeit der Beiträge. Nach einer bestimmten Zeit verschwinden diese vom Profil wieder. Snapchat kann nur vom Smartphone aus bedient werden. Größter Beliebtheit erfreut sich Snapchat vor allem in der Zielgruppe der Teenager. Mittlerweile sind es aber auch schon 25- bis 35-Jährige, die das soziale Medium für sich entdecken.

Erfolgreicher Unternehmensauftritt von H&M auf Snapchat unter Snapchat/hmdeutschland

YouTube

YouTube hat sich aktuell zu einer der beliebtesten Suchmaschinen entwickelt. Ähnlich wie auf Google nutzen User das soziale Medium um interessante Videos zu finden. Unternehmen profitieren dabei nicht nur von einer hohen Reichweite, sondern können jede Menge Traffic auf ihre eigenen Websites weiterleiten. Neben Unternehmensprofilen mit eigenen Videos, sind Werbemöglichkeiten bei anderen Videos und YouTube-Kanälen für viele Firmen attraktiv.
Erfolgreicher Unternehmensauftritt von Edeka auf YouTube:

Zutaten kaufen und Rezepte nachmachen – das ist das Konzept von Edeka. YouTube unterstützt sie dabei.

Auch die Kollegen von Sistrix setzen YouTuben in ihrem eigenen Kanal sehr geschickt ein. Anhand ihrer Videos erklären sie ihr Tool und beantworten somit gezielt und anschaulich die wichtigsten Fragen ihrer Kunden:

Viele nützliche Tutorials bietet Sistrix unkompliziert via YouTube.

XING

Das Businessnetzwerk XING verknüpft nicht nur Arbeitssuchende mit Unternehmen, sondern auch Arbeitnehmer mit Kollegen. Jeder User stellt dafür seine eigene Vita mit Berufserfahrung online. Unternehmen präsentieren sich in einem professionellen Umfeld und knüpfen neue Kontakte. Vor allem die Mitarbeitersuche bekommt auf der Plattform einen immer wichtigeren Stellenwert.
Erfolgreicher Unternehmensauftritt von IKEA auf XING:

Social Media Unternehmen XING Ikea
Das schwedische Möbelhaus rekrutiert neue Mitarbeiter ganz sympathisch über XING. (Screenshot: IKEA bei XING)

LinkedIn

Während XING vor allem im deutschsprachigen Raum das führende Businessnetzwerk ist, ist LinkedIn das internationale Pendant dazu. Eine eigene Stellenbörse über LinkedIn verknüpft Jobsucher mit den Unternehmen. Das Netzwerk wird oft von Unternehmen für die Akquise im B2B-Bereich eingesetzt. Die Kommunikation erfolgt – auch auf den Profilen von deutschen Unternehmen – auf Englisch.
Erfolgreicher Unternehmensauftritt von Bayer auf LinkedIn:

Social Media Unternehmen LinkedIn Bayer
Ganz ähnlich wie XING, dient auch LinkedIn der Unternehmensdarstellung als Arbeitgeber. Mit LinkedIn zeigt sich Bayer noch internationaler. (Screenshot: Bayer bei LinkedIn)

Google+

Das Social Media aus dem Hause Google wurde 2011 gegründet, konnte seit dem Start aber nur einen mäßigen Erfolg verzeichnen. Anfänglich sollte es dominante Plattformen wie Facebook vom Social-Media-Thron verdrängen, hat diesen Anspruch aber nicht umsetzen können. Seitdem wurde es mehrmals grafisch überarbeitet. Von den Funktionalitäten ist es sehr an Facebook angelehnt. User können Beiträge auf der Pinnwand posten, liken, teilen und kommentieren.
Erfolgreicher Unternehmensauftritt von Siemens auf Google+:

Social Media Unternehmen Google+ Siemens
Siemens nutzt Google+ im Rahmen der Social-Media-Strategie. (Screenshot: Siemens bei Google+)

Unternehmensblog

Hier handelt es sich zwar um kein konkretes soziales Medium, aber die Unternehmensblogs nehmen neben den klassischen sozialen Netzwerken einen immer wichtigeren Stellenwert ein.

Über den Nutzen von Unternehmensblogs haben wir im Beitrag zu Corporate Blogs ausführlich berichtet.

Am beliebtesten sind die Anbieter Blogger und WordPress, mit denen sich kostenfrei ein eigener Unternehmensblog gestalten lässt. Unternehmen können ihre Fans in Artikeln über interne Vorgänge informieren und ihren Expertenstatus bei einem Thema zur Schau stellen. Im Gegensatz zu anderen Netzwerken sind die Artikel, Interviews und Beiträge sehr umfangreich gestaltet. Diese verfassten Artikel bieten eine gute Contentbasis um sie über andere Social-Media-Accounts an die Community zu verteilen.
Erfolgreicher Unternehmensblog:

Social Media für Unternehmen Blog MyMüsli
mymuesli zeigt, dass man mit ihren Verpackungen noch mehr machen kann, als Müsli aufbewahren. Regelmäßig gibt es neue, interessante Blogbeiträge. (Screenshot Blog von mymuesli)

Soziale Medien: Waren das schon alle?

Neben den oben aufgezählten sozialen Medien gibt es aber noch viele weitere Kanäle. Viele der Netzwerke widmen sich Nischenthemen und werden daher nur von bestimmten Interessensgruppen genutzt. So zum Beispiel athlinks, welches sich an Ausdauersportler richtet. Einige Programme erfüllen außerdem mehrfache Funktionen. So etwa WhatsApp und Skype, welche vorwiegend Messenger Tools sind, jedoch auch einige Merkmale sozialer Medien aufweisen. Um eine vollständige Liste aller Netzwerke zu erhalten, genügt eine kurze Abfrage über Google. Eine gute Übersicht bietet auch die Auflistung von Wikipedia.

Trotz dieser Vielfalt sollte eines nicht vergessen werden: Qualität steht vor Quantität. Lieber einen einzigen Kanal betreiben, der dafür sehr gut betreut wird, als eine Vielzahl sein Eigen zu nennen, die nur sporadisch mit News versorgt werden. In diesem Sinne: Viel Erfolg und auch Spaß mit Instagram, Snapchat und Co.

Sie brauchen Unterstützung beim Einrichten Ihrer Social-Media-Kanäle oder bei der Erstellung eines Redaktionsplans? Wir stehen Ihnen sehr gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns unter +49 341 991 98 300 oder noch einfacher per Mail.